Schlettweiner Kirche

Schlettweiner Kirche

Die klare Gliederung in Chor und Langhaus, verbunden durch einen Triumphbogen bezeugt das Alter des Gotteshauses. Es stammt wohl aus dem frühen 15. Jahrhundert. 1608 wurde es „ganz renoviert“, wobei die Zugbalken des Dachstuhls entfernt wurden, um Platz für den Einbau der Holztonne zu finden. Der Kanzelaltar ist völlig bildlos und zeigt sparsame Rokoko-Ornamente, die allerdings durch die Bemalung mit hellbrauner Ölfarbe sehr an Wirkung verlieren. Der Altartisch ist wohl im 19. Jahrhundert neu hereingekommen. Es trägt einen gotischen Kruzifixes auf einem Gemmenkreuz. Links neben dem Altar befindet sich der Zugang zu dem dahinter liegenden Beichtstuhl. An der linken Seitenwand ist der Pfarrstand eingebaut. Er hat eine schön gearbeitete Schauwand, die ebenfalls mit hellbrauner Farbe behandelt wurde. Eine hölzerne Taufe mit einem in den Deckel gebauten Lektionspult trägt die Datierung 1893, wirkt aber älter. Dazu kommen zwei Emporen, die untere trägt die Orgel, die obere die prächtige Patronatsloge. Die Fassade ihres Vorgängers wurde gegenüber als Querempore vor dem Zugang zum Dachreiter eingebaut, wodurch der Kirchenraum sehr eingeengt wirkt. Getragen werden die Emporen von sauber gearbeiteten Holzständern. Ursprünglich war die Kirche mit vielen Bildern geschmückt, heute zeigen nur die untere Empore und die Gutsherrenloge Bilder. An der Empore sind es (vom Fenster her) Adam und Eva, Noah mit dem Regenbogen, der Turmbau zu Babel, Lot mit seinen Töchtern vor dem brennenden Sodom, Isaaks Opferung, Jakobs Traum von der Himmelsleiter, Jakob kämpft mit dem Engel, Mose zeigt dem Volk die Gebotstafeln, die eherne Schlange. Dann wechselt das Thema zum Neuen Testamen: Die Verkündigung an Maria, die Geburt Jesu, das letzte Abendmahl, Jesus in Gethsemane, der Verrat des Judas, Pilatus zeigt Jesus dem Volk, die Kreuzigung, Grablegung, Auferstehung nach Matthäus und zuletzt die Himmelfahrt. Alle Bilder sind 1950 von K. Weidemann übermalt und stark modernisiert worden. Im Gegensatz dazu sind die drei Bilder der Patronatsloge noch im alten Zustand erhalten. Sie zeigen die Bilder zusammen mit Bibelsprüchen. Die Datierung nennt 1687/88  sowie 1920/21 als Erneuerungsdaten. Ein schönes gut erhaltenes Denkmal aus dem 18. Jahrhundert steht rechts vor dem Triumphbogen.

Die Orgel wurde einst von der Gemeinde in Neustadt gekauft. Der Orgelbauer Schüler hat an ihr gearbeitet.

Im schmalen Dachreiter hängen drei kleinere Glocken, die aber heute nicht mehr geläutet werden dürfen, weil sie keinen eigenen Glockenstuhl haben, sondern einfach im Balkenwerk aufgehängt wurden. Trotz ihrer geringen Größe hat das gefährliche Auswirkungen auf die Stabilität des Bauwerks. Alle drei Glocken sind aus Bronze, die älteste von 1826, gegossen in Apolda durch die alte Firma Fr. Schilling und Söhne, die beiden jüngeren sind 1958 datiert und stammen von der gleichen Firma.